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Woyzeck

Determinismus, sind sie in den Strom der Geschichte eingespeist? Und sind die Handlungen des Einzelnen nur, wie Büchner verzweifelt seiner Braut schreibt, „der Schaum auf der Welle“ der Geschichte, „die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich.“

Diesen Fragen liegt die metaphysische Frage zu Grunde, ob das Sein eins ist oder gespalten in Stoff und Form, Materie und Bewusstsein, ob also der Geist, die Seele, der Wille des Menschen etwas anderes ist als die Stofflichkeit der Natur. Verneint man diese Frage, dann steht auch die menschliche Willens und Handlungsfreiheit in Frage. Wenn der Mensch eine Maschine ist, die abhängig von der Außenwelt ist, dann ist er determiniert, dann hat er keinen freien Willen, wie die Neurologie heute argumentiert, dann stellen sich auch die Fragen der Schuld und der Verstrickung der Umwelt in Gewalt und Verbrechen auf eine ganz andere Weise. Die Lücken im Handlungsverlauf des Woyzeck haben somit auch die Funktion, die Frage offen zu halten und sich diesen zu stellen, anstatt sie als Geistesverwirrung abzutun und wie der Hauptmann und Doktor mit Sätzen abzufinden wie „Der Mensch ………………………………………