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Mandelstams Poetik des Gehens
„Umkehrbarkeit“ (137) der poetischen Materie. Auf den Ziegenpfaden, die bis in die Alpen führen, durchläuft Mandelstam Dantes Werk, gerät dabei in „Atemnot“ und verweist wieder zurück auf die konstitutive Bedeutung des Atems für das Gedicht, das im Gehen entsteht. Bei seiner DanteLektüre führt er auf diese Weise auch die Ausbrüche des poetischen Sinns vor, als bräche er noch einmal das Gestein auf, kehrte die Bewegung der Metapher um und machte aus den Mineralen wieder Wetter, das im Wandel begriffen ist wie „die Signalwellen des Sinns“ (114). Diese Umkehrung wendet sich gegen eine Erstarrung des Gedichts und seiner Lektüren.
Mandelstam diskutiert die Regungslosigkeit in grammatischen Kategorien, ja er sieht syntaktische Möglichkeiten, der Rede über die Dichtung eine andere Richtung zu geben. Mandelstam macht mehr als einmal auf den Fehler aufmerksam, „den Begriff ‚Kunst’ im Nominativ zu gebrauchen“ (139) und den Schaffensprozess im Lesen einzufrieren. Damit kritisiert Mandelstam eine Lektüre, welche die Poesie einzig im Stillstand betrachtet, den er im Kasus des Nominativs vorfindet. Diese scholastische Syntax, bedauert Mandelstam, scheine sich „in der Wissenschaft von den Künsten nicht überwinden zu lassen und verursacht ………………………………………
Mandelstam diskutiert die Regungslosigkeit in grammatischen Kategorien, ja er sieht syntaktische Möglichkeiten, der Rede über die Dichtung eine andere Richtung zu geben. Mandelstam macht mehr als einmal auf den Fehler aufmerksam, „den Begriff ‚Kunst’ im Nominativ zu gebrauchen“ (139) und den Schaffensprozess im Lesen einzufrieren. Damit kritisiert Mandelstam eine Lektüre, welche die Poesie einzig im Stillstand betrachtet, den er im Kasus des Nominativs vorfindet. Diese scholastische Syntax, bedauert Mandelstam, scheine sich „in der Wissenschaft von den Künsten nicht überwinden zu lassen und verursacht ………………………………………
Literatur
Poetologie