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Mandelstams Poetik des Gehens

und ich – ich reiche mir ja selber nicht aus.“

Dichtung ist von den Wettern und Kulturtechniken der Zeit gezeichnet. Sie ist jedoch nicht Stein, sondern sie wird zu Stein. Wenn aus den Schritten der Füße Versfüße werden und die Prosodie dem Tempo der Schritte folgt, dann kann man ihre schriftgewordenen Spuren als Ablagerungen poetischer Ausbrüche verstehen. Sie sind die versteinerten Niederschläge der Zeit, die der Dichter auf seinen poetischen Gängen durchläuft. Dementsprechend hieß Mandelstams erster Gedichtband Der Stein. Die poetischen Spaziergänge weiten sich zuweilen zu Wanderungen aus und werfen dann wie im Falle Dantes ganze Gebirge auf. Die Verse überlagern sich zu einer Alpenlandschaft, die der Leser zu durchwandern eingeladen wird: „Bringt eine erste Lektüre nur Atemnot und eine gesunde Müdigkeit, so besorge man sich für die folgenden ein Paar unverwüstliche Schweizer Nagelschuhe. Ich frage mich allen Ernstes, wieviele Sohlen, wieviel Rindsleder, wie viele Sandalen Dante Alighieri während seiner Arbeit auf den Ziegenpfaden Italiens durchlaufen hat“ (118).

Beim Lesen der Dichtung zeigt sich die von Mandelstam angeführte ………………………………………