12
18
Mandelstams Poetik des Gehens
in der Dichtung Dantes wie in den geologischen Tagebüchern eines vergangenen Wetters:
„Ich erlaube mir ein kleines autobiographisches Bekenntnis. Die von der Flut angespülten Steinchen des Schwarzen Meeres haben mir nicht wenig geholfen, als die Konzeption dieses Gesprächs heranreifte. Ich habe mich freimütig mit den Chalzedonen, den Karneoloen, den kristallinen Gipsen, den Spaten, den Quarzen usw. beraten. Da wurde mir plötzlich klar, daß der Stein gleichsam ein Tagebuch des Wetters ist, meteorologische Verdichtung. Der Stein ist nichts anderes als das aus dem athmosphärischen in einen funktionalen Raum überführte Wetter selber. Um das zu verstehen, muss man sich vorstellen, daß alle geologischen Veränderungen und selbst die großen Schübe vollkommen in Elemente des Wetters zerlegbar sind. In diesem Sinne ist die Meteorologie ursprünglicher als die Mineralogie, sie umfaßt sie, umspült sie, bestimmt ihr Alter und verleiht ihr einen Sinn.“ (170)
Die Minerale sind Metaphern der Dichtung. Eine Mineraliensammlung sei der „herrlichste organische Kommentar zu Dante“ (170), aber auch die Kulturen verdichten sich Mandelstam auf langen Spaziergängen am Schwarzen Meer, wo Mandelstam den DanteEssay 1933 konzipiert und geschrieben hat, zum Gestein, weil sie sich überlagern wie ………………………………………
Die Minerale sind Metaphern der Dichtung. Eine Mineraliensammlung sei der „herrlichste organische Kommentar zu Dante“ (170), aber auch die Kulturen verdichten sich Mandelstam auf langen Spaziergängen am Schwarzen Meer, wo Mandelstam den DanteEssay 1933 konzipiert und geschrieben hat, zum Gestein, weil sie sich überlagern wie ………………………………………
Literatur
Poetologie