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Mandelstams Poetik des Gehens

„Dantes bildliches Denken realisiert sich, wie in jeder wirklichen Poesie, mit Hilfe jener Eigenschaft der poetischen Materie, die ich Wandlungsfähigkeit oder Umkehrbarkeit nennen möchte. Die Entwicklung eines Bildes kann nur sehr bedingt eine Entwicklung genannt werden. In der Tat, stellen Sie sich – von der technischen Unmöglichkeit einmal absehend – ein Flugzeug vor, das in vollem Flug eine zweite Maschine konstruiert und losfliegen lässt. Auch wenn sie völlig mit dem eigenen Flug beschäftigt ist, schafft es diese Flugmaschine auf genau gleiche Weise, eine dritte hervorzubringen und losfliegen zu lassen. Zur Präzisierung meines als Versuch und Behelf gedachten Vergleichs möchte ich hinzufügen, daß das Hervorbringen und Losfliegenlassen dieser während des Flugs ausgestoßenen, technisch unmöglichen neuen Maschinen nicht etwa eine Zusatz und Nebenfunktion des fliegenden Flugzeugs darstellt, sondern unabdingbare Komponente des Fluges selber ist und dessen Realisierbarkeit und Sicherheit nicht weniger gewährleistet als die Funktionstüchtigkeit des Steuers oder das störungsfreie Arbeiten des Motors“ (137138).

Da die Ausbrüche der Dichtung eben zugleich auch Atemzüge sind – beides umfasst der porýv in seinem Bedeutungsspektrum – ist es nicht ………………………………………