07
18
Mandelstams Poetik des Gehens
„Alles kracht in den Fugen und schwankt.
Die Luft erzittert vor Vergleichen.
Kein Wort ist besser als das andre,
die Erde dröhnt von Metaphern,
und die leichten zweirädrigen Gefährte
mit dem farbenfrohen Vogelgespann, den dichtgedrängten
Vogelschwärmen,
springen in Stücke
im Wettkampf mit den schnaubenden Favoriten der
Rennplätze.“
Die Metapher ist ein Unfall der Sprache. Sie stört ihren üblichen Gebrauch: auf einer Kreuzung, die bislang in keinem Stadtplan der Alltagssprache eingezeichnet war, kracht das als Redeschmuck getarnte antike Vehikel in die Kommunikation des Alltags. Die konventionellen Bewegungen, die Sprecher und Schreiber im Raum der Sprache vornehmen, werden von der Metapher gequert, weil sie aus einer unerwarteten Richtung in den Sprachvollzug einbricht, ohne auf die Verkehrsregeln zu achten. Dabei gilt: etwas bleibt sperrig. Es ist kein glatter Transport, in dem das Vertraute zum Fremden kommt und das Vertraute entfremdet wird. ………………………………………
Die Luft erzittert vor Vergleichen.
Kein Wort ist besser als das andre,
die Erde dröhnt von Metaphern,
und die leichten zweirädrigen Gefährte
mit dem farbenfrohen Vogelgespann, den dichtgedrängten
Vogelschwärmen,
springen in Stücke
im Wettkampf mit den schnaubenden Favoriten der
Rennplätze.“
Die Metapher ist ein Unfall der Sprache. Sie stört ihren üblichen Gebrauch: auf einer Kreuzung, die bislang in keinem Stadtplan der Alltagssprache eingezeichnet war, kracht das als Redeschmuck getarnte antike Vehikel in die Kommunikation des Alltags. Die konventionellen Bewegungen, die Sprecher und Schreiber im Raum der Sprache vornehmen, werden von der Metapher gequert, weil sie aus einer unerwarteten Richtung in den Sprachvollzug einbricht, ohne auf die Verkehrsregeln zu achten. Dabei gilt: etwas bleibt sperrig. Es ist kein glatter Transport, in dem das Vertraute zum Fremden kommt und das Vertraute entfremdet wird. ………………………………………
Literatur
Poetologie