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Der Köhler
Der Meute verharrte unruhig auf der Stelle. Einige traten vereinzelt gegen das morsche Holz der Hütte. Als dann jedoch seine unverkennbare Silhouette an der Weggabelung zu seinem Haus auftauchte, gab es kein Halten mehr. Pastor Fischer vorweg, hinter ihm die Masse, jagten sie den Kapuzenmann wie ein Tier. Dengler, der ob seiner Körpermasse nicht hinterherkam, rief vergeblich, der Lynchmob hatte nur noch ein Ziel. Es war grauenvoll, die Hetzjagd dauerte die halbe Nacht. Abgerissen lag später die Kapuze auf dem Waldboden, jene Kapuze, die, wie man beim Totschlag feststellte, einen glänzenden pechschwarzen Kopf verborgen hatte.
Helma Fischer verbrachte die Stunden verstört in der Hütte des Kapuzenmannes. Sie verließ sie, aber war eine andere geworden. Sie sprach kaum noch. Hatte sich ihre Haare geschoren und sich einen Faden an den Ringfinger gebunden, an dessen anderen Ende flog, an einem der sechs Beine mit dem Faden an Helmas Finger festgebunden, ein Käfer, den sie wie einen Drachen steigen ließ. Ihre eigene Kleidung war schwarz und trug einen roten Saum. Manchmal sah man sie umständlich auf dem Rücken liegen. Sie zog sich vom Dorfleben zurück und suchte, so oft sie konnte, den Wald auf. ………………………………………
Helma Fischer verbrachte die Stunden verstört in der Hütte des Kapuzenmannes. Sie verließ sie, aber war eine andere geworden. Sie sprach kaum noch. Hatte sich ihre Haare geschoren und sich einen Faden an den Ringfinger gebunden, an dessen anderen Ende flog, an einem der sechs Beine mit dem Faden an Helmas Finger festgebunden, ein Käfer, den sie wie einen Drachen steigen ließ. Ihre eigene Kleidung war schwarz und trug einen roten Saum. Manchmal sah man sie umständlich auf dem Rücken liegen. Sie zog sich vom Dorfleben zurück und suchte, so oft sie konnte, den Wald auf. ………………………………………
Literatur
Poetologie