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Persona

Maske, Macht und Mimesis

ihr öffnet und annähert, droht sie zugleich von der Macht der Schweigenden überwältigt zu werden. Dieser Vorgang gipfelt in einem Einbruch der Identität, die Maske der eigenen Persona wird durchlässig und bricht. Zugleich ermöglicht die Krise der eigenen Lebens und Selbstentwürfe die Einsicht in die grundsätzliche Gestaltbarkeit der psychischen Verfassung wie nach einem revolutionären Geschehen.

Nicht nur Schwester Alma erfährt einen Bruch ihrer Persona. Elisabet Voglers Sprachverzicht kennzeichnet eine fundamentale Verweigerung normaler Kommunikation. Der Sprachentzug der Diva, von dem offen bleibt, wie freiwillig er geschieht, heißt auch, gegen die Spielregeln des Theaters und Soziallebens zu verstoßen.

Jedes Medium vermag auf eine ihm spezifische Weise die Schichten des Schweigens, die in der Figur lagern, ausleuchten. Während der Film durch die Nahaufnahme und Montage psychische Seelenlandschaften alptraumhauft verdichtet, kann das Theater gerade das Auf und Zerbrechen der Persona vorführen. Dass nämlich die Krise der Persona dramatisches Potential hat, wird daran deutlich, dass Bergman der fiktiven Schauspielerin Elisabet Vogler eine Rolle vor dem Schweigen zuweist. ………………………………………