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Der Köhler

Helma Fischer mochte einerseits durch ihren Glauben an das Gute, durch die Festigkeit ihrer Gewissheiten, dass der Mensch, so man auf ihn zugeht, nicht schlecht sein könne, ja dürfe, in ihrem Streben, den Kapuzenmann ein wenig besser in das gesellschaftliche Leben einzufügen, befeuert sein. So wehrte sie mit Nächstenliebe, mit Menschenfreundlichkeit, welche sie von Haus aus eingeimpft bekommen hatte, die Versuche ab, doch bitte von dem Sonderling zu lassen. Andererseits war es vielleicht gerade die Tatsache, dass hier jemand das ganz andere menschliche Prinzip verkörperte, das sie reizte, mehr vom Leben zu erfahren, was ihr im Vaterhaus bislang vergönnt gewesen war. So schien gerade die vortrefflichste, gelungenste Erziehung Helmas dem Fatalismus Vorschub zu leisten.

Man hatte gesehen, wie Helma dem Kapuzenmann auf seinem Weg vom Lebensmittelladen des Karl Schmitters in den Dämmerwald gefolgt war, hinter dem der Kapuzenmann seine Klause hatte. Ein einfaches Holzhaus, das kaum Fenster hatte, und das, wie der Kapuzenmann selbst, alles andere als einladend aussah. Würmer lebten in den Wänden, die Witterung hatte an manchen Stellen Schimmel wuchern lassen – nichts dergleichen war geeignet, Helma davon abzuhalten, das Herz des ………………………………………